Mit Blick auf 2030

17.11.2014

Technologisch weiterentwickelt

Diesen Trend kann Jürgen Gerich aus eigener Erfahrung bestätigen. Nach siebzehn Jahren und nur 35.000 Kilometern auf dem Tacho hat sich der Junior-Chef vom Autohaus Josef Gerich (s. Kasten S. 13) jetzt von seinem gepflegten Mercedes 1317 mit HMF-Ladekran getrennt. „Der Kran konnte bei einer Länge von acht Metern noch 1.250 Kilogramm heben“, sagt Gerich, der in der Regel nur bei Unfällen zu Hilfe gerufen wird. „Falschparker sind bei uns auf dem Land kein Thema“, so der Unternehmer. Bei Karambolagen müsse er die Wracks jedoch häufig aus sehr unwegsamen Gelände und aus großer Entfernung bergen. Vor diesem Hintergrund sei der alte Kran regelmäßig an seine Grenzen gestoßen.

Im Jahr 2013 kümmerte sich der gelernte Kfz-Mechaniker deshalb intensiv um einen Nachfolger. Mit Service, Funktionalität und Zuverlässigkeit von HMF war Gerich immer sehr zufrieden, so dass ein Markenwechsel für ihn nicht in Frage kam. „Hinzu kam, dass sich HMF technologisch sehr stark weiterentwickelt hat, was zum Beispiel beim Standsicherheitssystem EVS zu spüren ist“, so Gerich.

TBZ auf Empfehlung
EVS steht für „Electronic Vehicle Stability“. Bei der patentierten und seit vielen Jahren ausgereiften Lösung messen zwei hochsensible elektronische AIC-Sensoren ständig die aktuelle Neigung des Fahrzeugs. Beim Prüfen der Standsicherheit bezieht EVS somit den momentanen Ladezustand des Fahrzeugs mit ein – das macht das von HMF entwickelte Standsicherheitssystem so einzigartig. Kranbediener können mit einer gezielten Platzierung der Last auf der Pritsche den Arbeitsbereich erweitern – auch ohne ein Herausfahren der Stützbeine. Dank EVS nutzen HMF Ladekrane die volle Hubkapazität. EVS ermöglicht das sichere Arbeiten am Rande der physikalischen Grenzen.

Während der Kranhersteller schnell feststand, hatte Gerich für den sonstigen Aufbau seines neuen Abschleppfahrzeugs ganz eigene Vorstellungen entwickelt. Diese konnte ihm die Firma TBZ aus Bretten bei Karlsruhe erfüllen konnte. „Auf TBZ bin ich durch eine Empfehlung gestoßen und bereits der erste telefonische Kontakt gab mir ein gutes Gefühl“, erinnert sich Gerich

Innen liegende Schlauchführung

Auf ein Mercedes-Fahrgestell vom Typ Antos 1833 setzten die badischen Konstrukteure ein sechs Meter langes schräg absenkbares Schiebe-Plateau, das sich vier Meter nach hinten fahren lässt. Eine besonders sanft anfahrende Bergewinde ermöglicht bei Bedarf das feinfühlige Heranziehen von Fahrzeugen. Gekrönt wird der Wagen durch einen T-Kran von HMF vom Typ 2030 TX+. „Dieser Kran ist für unsere Branche ungewöhnlich groß“, stellt Gerich fest. Jetzt könne er auch noch aus einer Distanz von 12,20 Metern stolze 1.410 Kilogramm anheben.

Der T-2030 TX+ zeichnet sich durch seinen geringen Platzbedarf aus. Zudem überzeugt die gesamte T-Reihe von HMF durch viele Details wie zum Beispiel den innen liegenden Ausschubzylinder oder den am Fundament angebrachten Öltank. Auch die innen liegende Schlauchführung zu den Stützbeinzylindern sprechen für eine hohe Qualität der Abschleppkrane von HMF.

Hohe Leistungsreserven

Als TX+ verfügt das bei Gerich eingesetzte Modell außerdem über das so genannte HDL-System. HDL steht für „Heavy Duty Lifting“ und ermöglicht eine Erhöhung der nominellen Last des Krans um ungefähr 10 Prozent bei gleichzeitiger Verminderung der Arbeitsgeschwindigkeit. Wenn zum Beispiel eine schwere Last mit maximaler Geschwindigkeit mit der Ausstoßfunktion herausgefahren wird, schaltet sich HDL automatisch zu, sobald 70 Prozent der Kapazitätsgrenze des Krans erreicht werden. Nun wird die Geschwindigkeit der Ausstoßbewegung proportional – also in einer gleitenden Bewegung – auf 20 Prozent der nominellen Arbeitsgeschwindigkeit vermindert. Auf dieselbe Weise wird die Geschwindigkeit proportional auf 100 Prozent erhöht, wenn die Last in Richtung Kransäule mit der Ausstoßfunktion zurückgefahren wird. HDL ermöglicht somit ein besonders sanftes, gleichmäßiges und präzises Arbeiten.

Vor dem Hintergrund der hohen Leistungsreserven hat Gerich also sehr nachhaltig investiert. Schließlich soll auch das neue Fahrzeug wieder mindestens siebzehn Jahre im Fuhrpark verbleiben – da können die durchschnittlichen Gewichte und Maße der deutschen Autos ruhig noch ein wenig zulegen. Für einen langfristigen Einsatz des neuen Kranfahrzeugs spricht aber nicht nur die großzügige Dimensionierung, sondern auch der gute Korrosionsschutz. Alle lackierten Oberflächen werden der EQC-Oberflächenbehandlung unterzogen, und alle Hydraulikrohre sind mit einer Zistaplex-Oberfläche gefertigt. Alle Hydraulikkomponenten sind Zink-Nickel behandelt, damit sie den strengen 720 Stunden-Salznebelsprühtest nach EN/ISO 9227 bestehen können. Alle Krankomponenten entsprechen der Korrosionsklasse C4 für den Marineeinsatz.

Viele Wintereinsätze

Das EQC-Verfahren besteht aus vielen sorgfältig durchgeführten Fertigungsstufen. Nach dem Sandstrahlen, Entfetten und Reinigen erfolgt die ZetaCoat-Vorbehandlung. Diese bildet mikroskopische Verbindungen, die den Lack mit großer Kraft auf der Oberfläche festhält. Ein Abblättern des Lacks oder andere Beschädigungen werden damit wirksam und dauerhaft vermieden. Danach wird der Pulverlack in einer Dicke von 80 und 120 μm aufgetragen. Damit wird jede mikroskopische Rauheit der Oberfläche abgedeckt und lange Zeit gegen Korrosion geschützt. Anschließend trocknet das lackierte Bauteil im Ofen, wobei die Temperatur kontinuierlich kontrolliert wird. Das gewährleistet eine gleichmäßige Oberfläche mit einer starken Haftung und langjährige Farbechtheit. „Damit wird der Kran auch nach vielen Wintereinsätzen noch gut dastehen“, ist sich Gerich sicher.

Fazit: Das neue Abschleppfahrzeug mit dem T-2030 wird bei Gerich wohl frühestens im Jahr 2030 ausgemustert werden. Bis zum nächsten Geschäftsabschluss mit dem Kunden aus Nassenfels werden sich HMF und TBZ also noch etwas gedulden müssen.